Vom 07. Juni bis 19. Juli sehen Sie bei uns die Ausstellung "in and out of line" von Nicole Heinzel.
Die Ausstellung “in and out of line” ist eine Auseinandersetzung mit der Linie und der Frage der Zugänglichkeit von Realität.
Die vielschichtige Beschaffenheit der Linie und ihre Aussagekraft über die Wirklichkeit werden unter Verwendung von Zeichnungen, Malerei und Fotografie untersucht. Heinzels Vorgehensweise ähnelt dabei Prozessen, die im Hirn ablaufen. Das Wahrgenommene wird gefiltert, manipuliert und durch Veränderung in neue Bildinformationen umgewandelt.
Als Grundlage dient ihr die Linie, wie sie in alltäglichen Bildbeispielen vorkommt. Sie ist Grundträger von Informationen und besitzt Eigenschaften, die für Heinzel einen sehr persönlichen Deutungskatalog bilden. In ihrer Malerei ritzt Nicole Heinzel mit verschiedenen Werkzeugen wie Cuttern, Ästen, Spachteln etc. Linien in Schichten von Ölfarbe. Die reduzierte Farbigkeit und die minimalistische Formensprache ihrer aktuellen Arbeiten lenkt unseren Blick auf das Essentielle.
Die „fuzzy line paintings“ legen sich als einfache Linien schwebend über den monochromen Bildraum, durchmessen ihn mit leichter Bewegung und bringen ihn zum Schwingen. In den „sharp line paintings“ dagegen überziehen harte Linien die Bildflächen. Hier nutzt Heinzel im Arbeitsprozess digitale Medien als zwischengeschaltete Filtersysteme, um das Analoge und Gegenständliche in eine Art Hyperrealität zu transformieren. Je tiefer der Betrachter in das komplexe Netz aus Linien eindringt, desto mehr löst sich das reale Bild auf und zerfällt vor seinem Auge. Informationen beginnen, neue Informationen zu bilden, neue Realitäten entstehen parallel zur ursprünglichen Bildaussage. Der Betrachter füllt „Leerstellen“ aus, deutet die Muster durch eigene Assoziationen neu.
Im Zusammenspiel von Tusche, Raumobjekten und Fotografie überschneidet sich bei Heinzel eine wissenschaftlich-beobachtende und fotografierte Verfahrensweise mit einem tiefen Empfinden für die Schönheit und Eleganz, die sich in den Strukturen und Formen ihrer Arbeiten offenbart. Hinter der Bildinformation, in der sich scheinbar eigene Regeln ihren Weg bahnen, können wir das Unermessliche nur erahnen.
Hier sehen Sie einige der ausgestellten Arbeiten.
Bilder der Vernissage hier:
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